Was bedeutet „Wein ohne Sulfite"?
31. Juli 2026
Auf so mancher Naturweinetikette lesen Sie „ohne Sulfite" oder „ohne zugesetzte Sulfite". Zwischen diesen beiden Begriffen besteht ein wichtiger Unterschied, den es zu kennen lohnt.
Was Sulfite überhaupt sind
Sulfite (Schwefeldioxid, SO₂) sind eine Verbindung, die in der Weinherstellung als Konservierungsmittel und Antioxidans wirkt. Sie schützen den Wein vor Oxidation (Kontakt mit Sauerstoff, der Farbe und Aroma verderben kann) und hemmen das Wachstum unerwünschter Bakterien und Wildhefen, die Fehler im Wein verursachen könnten. Sulfite werden in der Weinherstellung seit Jahrhunderten zugesetzt, und heute verwendet sie die große Mehrheit der Erzeuger weltweit – in unterschiedlichen Mengen, je nach Weinstil und Kellerphilosophie.
„Ohne Sulfite" bedeutet nicht wörtlich nichts
Ein wichtiges Detail, das viele übersehen: Hefen produzieren während der Gärung selbst natürlich geringe Mengen an Sulfiten, völlig unabhängig davon, ob der Erzeuger welche zusetzt oder nicht. Das bedeutet, dass praktisch jeder Wein der Welt zumindest Spuren von Sulfiten enthält.
Wenn ein Erzeuger also sagt, sein Wein enthalte keine Sulfite, meint er damit fast immer: keine zugesetzten Sulfite – in keiner Phase der Herstellung (weder bei der Lese, noch während der Gärung, noch vor dem Abfüllen) wurde zusätzliches Schwefeldioxid zugesetzt. Die natürlich aus der Gärung stammenden Sulfite bleiben trotzdem im Wein, nur in deutlich geringerer Menge, als wenn der Erzeuger welche zugesetzt hätte.
Warum sich manche Erzeuger dagegen entscheiden
Wein ohne zugesetzte Sulfite ist empfindlicher – er kann schneller oxidieren, ist anfälliger für mikrobiologische Schwankungen und kann sich während Lagerung oder Transport schneller verändern als Wein mit zugesetzten Sulfiten. Dieser Ansatz erfordert daher vom Erzeuger mehr Aufmerksamkeit hinsichtlich Kellerhygiene, Lagertemperatur und Umgang mit dem Wein.
Erzeuger, die sich trotzdem für den Weg ohne zugesetzte Sulfite entscheiden, tun dies in der Regel, weil sie so wenig wie möglich in den Wein eingreifen und ihn den Charakter der Traube, des Jahrgangs und des Ortes, von dem er stammt, möglichst authentisch zeigen lassen möchten.
Bei Vina Durcik
Keinem unserer Weine – Naret, Vitovska oder Teja – setzen wir Sulfite zu. Dasselbe gilt für zugesetzte Hefen und Filtration. Für uns ist das Teil eines umfassenderen Ansatzes: so wenig Eingriff wie möglich, damit der Wein dem, was im Weinberg entstanden ist, so nahe wie möglich bleibt.
Da es sich um Weine ohne zugesetzte Sulfite und ohne Filtration handelt, können sie empfindlicher auf Temperaturschwankungen reagieren als konventioneller hergestellte Weine – wir empfehlen daher, sie an einem kühlen, dunklen Ort zu lagern. Mehr dazu lesen Sie in Wie lagert man Wein richtig?
Häufig gestellte Fragen
Enthält Wein ohne zugesetzte Sulfite überhaupt keine Sulfite?
Nein – Hefen produzieren während der Gärung natürlich geringe Mengen an Sulfiten, unabhängig davon, ob der Erzeuger zusätzlich welche zusetzt oder nicht. „Ohne Sulfite" auf Etiketten bedeutet daher in der Praxis fast immer ohne zugesetzte Sulfite.
Warum setzen Erzeuger überhaupt Sulfite zu?
Zugesetzte Sulfite wirken als Konservierungsmittel und Antioxidans – sie schützen den Wein vor Oxidation und unerwünschten Mikroorganismen und helfen ihm, während Lagerung und Transport stabil zu bleiben.
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