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Wie entsteht maischevergorener Wein?

17. Juli 2026

Unter den Weißweinen gibt es eine Gruppe, die sich durch Aussehen und Geschmack vom Durchschnitt abhebt – maischevergorene, oft auch Orangeweine genannt. Ihre tiefere Farbe und ausgeprägtere Struktur sind kein Zufall, sondern das Ergebnis eines bestimmten Herstellungsverfahrens.

Der grundlegende Unterschied: Schalenkontakt

Bei der klassischen Weißweinherstellung werden die Trauben gepresst und der Saft so schnell wie möglich von Schalen, Kernen und Stielen getrennt – das Ziel ist ein möglichst frischer, reiner und aromatischer Saft, der dann für sich allein gärt.

Bei maischevergorenem Wein ist der Prozess anders: Der Traubensaft bleibt nach dem Pressen oder sogar schon davor in Kontakt mit den Schalen – genau wie es bei Rotweinen üblich ist. Dieser Kontakt kann von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen dauern, in seltenen Fällen auch länger.

Was während der Maischestandzeit geschieht

Während Saft und Schalen zusammenbleiben, gehen verschiedene Stoffe aus den Schalen in den Saft über: Farbstoffe, die dem Saft eine tiefere, gold- bis bernsteinfarbene Farbe verleihen; Tannine, die dem Wein Struktur und eine leichte Bitterkeit hinzufügen, ähnlich wie bei Rotweinen; zusätzliche aromatische Verbindungen, die zur Komplexität beitragen; und bei natürlicher Produktion häufig auch Wildhefe, die auf den Schalen vorhanden ist und eine spontane Gärung auslösen kann.

Das Ergebnis ist ein Wein, der im Vergleich zu klassischem Weißwein mehr Struktur, Textur und oft auch Tannine aufweist, die bei gewöhnlichen Weißweinen kaum wahrnehmbar sind.

Warum sich Erzeuger für die Maischestandzeit entscheiden

Die Maischestandzeit ist kein moderner Trend, sondern einer der ältesten Ansätze der Weinherstellung, der schon lange vor der Erfindung der modernen, kalten Kellertechnologie bekannt war. Heute kehren vor allem Erzeuger dazu zurück, die auf minimale Eingriffe setzen und möchten, dass der Wein den Charakter der Sorte und des Ortes möglichst allein zum Ausdruck bringt.

Manche weißen Sorten, wie zum Beispiel Vitovska, haben einen relativ neutralen Sortenduft und eine dicke Schale – was sie für diesen Ansatz besonders geeignet macht, da die Schale genau jene Struktur und Komplexität beiträgt, die der Sorte selbst vielleicht fehlt.

Maischestandzeit bei Vina Durcik

Bei uns maischen wir alle Weißweine – Vitovska und Teja. Die Maischestandzeit dauert 9 bis 14 Tage, die Gärung erfolgt spontan, ohne zugesetzte Hefen, und der Wein reift anschließend in Holzfässern. Wir setzen keine Sulfite zu und filtrieren den Wein nicht, was bedeutet, dass jede Flasche widerspiegelt, was in diesem bestimmten Jahrgang geschehen ist – ohne den Versuch, das Ergebnis zu vereinheitlichen.

Möchten Sie wissen, wie sich das bei einem bestimmten Wein zeigt? Sehen Sie sich die Seiten Vitovska und Teja an, oder lesen Sie Was ist Vitovska?

Häufig gestellte Fragen

Ist maischevergorener Wein dasselbe wie Orangewein?

In der Praxis ja – der Begriff „Orangewein" hat sich für maischevergorene Weißweine gerade wegen der Farbe durchgesetzt, die sie durch den Schalenkontakt erhalten.

Ist die Maischestandzeit eine neue Technik?

Nein, es handelt sich um eine der ältesten Methoden der Weinherstellung, die schon vor Jahrhunderten angewandt wurde, bevor sich die moderne, kalte und reduktive Kellertechnologie durchsetzte.

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